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Steuern / Umsatzsteuer 
Montag, 19.08.2019

Differenzbesteuerung beim Zerlegen von Gebrauchtfahrzeugen in Umsatzsteuer-Anwendungserlass übernommen

Die Differenzbesteuerung ist grundsätzlich auch dann anwendbar, wenn ein Unternehmer Gegenstände liefert, die er gewonnen hat, indem er zuvor von ihm erworbene Gebrauchtfahrzeuge zerlegt hat. Das Bundesfinanzministerium hat nun die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesfinanzhofs in den Umsatzsteuer-Anwendungserlass übernommen (Az. III C 2 – S-7421 / 19 / 10003 :001).

Der Umsatzsteuer-Anwendungserlass wurde um folgende Regelungen ergänzt:

  • Die Differenzbesteuerung ist auch dann anwendbar, wenn ein Unternehmer Gegenstände liefert, die er gewonnen hat, indem er die zuvor von ihm erworbenen Gebrauchtgegenstände, z. B. Gebrauchtfahrzeuge, zerlegt hat.
  • Die Einkaufspreise der ausgebauten und weiterverkauften Einzelteile sind im Wege der sachgerechten Schätzung zu ermitteln.
  • Die Schätzungsgrundlage ist in einer Anlage zu den Wareneingangsrechnungen zu erläutern und – soweit vorhanden – durch ergänzende Unterlagen zu belegen.

Weiterhin gilt: Wird aus mehreren Einzelgegenständen, die jeweils für sich die Voraussetzungen der Differenzbesteuerung erfüllen, ein einheitlicher Gegenstand hergestellt oder zusammengestellt, unterliegt die anschließende Lieferung dieses “neuen” Gegenstandes nicht der Differenzbesteuerung.

Hinweis

Mit der Differenzbesteuerung soll vermieden werden, dass beim Wiederverkauf auf den gesamten gebrauchten Gegenstand nochmals in voller Höhe Umsatzsteuer berechnet wird. Es unterliegt nur die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis der Umsatzsteuer.

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