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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 25.02.2020

400.000 Euro Schmerzensgeld für Unfallopfer wegen außergewöhnlich schwerer Unfallfolgen

Das Landgericht Frankenthal hat dem Opfer eines Verkehrsunfalls ein Schmerzensgeld in Höhe von 400.000 Euro – ein für die Verhältnisse in Deutschland auffallend hohes Schmerzensgeld – zugesprochen und dies mit den außergewöhnlich schweren Unfallfolgen für den Verletzten begründet (Az. 4 O 494/15).

Der Kläger war als Beifahrer im Fahrzeug eines betrunkenen Fahrers gegen 4:00 Uhr nachts mit 1,1 ‰ Blutalkoholgehalt unterwegs, als dieser mit seinem Fahrzeug von der Straße abkam. Der Kläger wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass es zu einer Querschnittslähmung kam. Dass der Kläger – wie von der beklagten Versicherung behauptet – nicht angeschnallt war, war auch nach Einholung eines Sachverständigengutachtens nicht erwiesen.

Ebenso wenig konnte nach der Vernehmung einer Vielzahl von Zeugen nachgewiesen werden, dass der Beifahrer bei Antritt der Fahrt erkannt hatte, dass der Fahrer alkoholisiert war. Es stand zwar fest, dass die Beteiligten sich zu Beginn des Abends zum gemeinsamen „Vorglühen“ getroffen hatten. Es habe sich jedoch nicht aufklären lassen, ob die Beteiligten auch den weiteren Abend zusammen verbracht und Alkohol getrunken hätten.

Nachdem der Kläger inzwischen auch psychisch erheblich unter den Unfallfolgen leide und in einem Pflegeheim leben müsse, hielt das Gericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 400.000 Euro für angemessen.

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